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In Gedenken an Dr. Christine Berckhan

 

„Inklusives Musikimprovisations-Projekt für erwachsene Asperger- und Nicht-Autisten“

 

Ziel ist es, den Inklusionsgedanken zu leben und weiterzuverbreiten, sodass Christine Berckhan und James Dugger planen, eine weitere Gruppe anzubieten, bei positivem Echo und raschem Zusammenwachsen der laufenden Gruppe.

In der Gruppe erfährt man voneinander, dass eine menschliche Vielfalt existiert, alle Beteiligten tauschen sich im nonverbalen Zusammenspiel aus, ergänzen und bereichern sich gegenseitig, sodass ein sozialer Lernprozess stattfindet. Dadurch, dass ich im Hier und Jetzt mit mir in Kontakt komme, hat dies im musikalischen Dialog einen Effekt auf den Kontakt mit anderen Mitspielern. Es ändert sich somit etwas in der Begegnung mit anderen Menschen. Die positiven Gruppenerfahrungen können sich auch im Alltag im Umgang mit anderen Menschen niederschlagen.

Beim Musizieren wird der Botenstoff Oxytocin im Gehirn ausgeschüttet, was eine Steigerung der Empathiefähigkeit erklären kann. Diese ist speziell für autistische Menschen interessant. Musikimprovisation lässt Lebensfreude im sozialen Miteinander entstehen. Sie vermittelt Erfahrungswissen und setzt Selbstheilungskräfte frei. Sie fördert Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, schult die Achtsamkeit, weckt Kreativität und Intuition, führt zur Überwindung von Sprachbarrieren und birgt insbesondere für Asperger-Autisten eine riesige Entwicklungschance in sich. So kann für Autisten über die Kommunikation mit den verschiedensten Musikinstrumenten vielleicht erstmals ein Gemeinschaftsgefühl entstehen und sie können Wertschätzung als voll akzeptierte Gruppenmitglieder erfahren.

Vorkenntnisse an Instrumenten sind nicht erforderlich. Mitzubringen sind lediglich Offenheit und experimentelle Neugier. Die speziellen Bedürfnisse und Besonderheiten von Menschen mit Asperger-Autismus werden individuell in Betracht genommen, sodass diese im musikalischen Dialog in der Gruppe Berücksichtigung finden. Gespielt wird ein kurzes Eingangsstatement einzeln, ansonsten in der Gesamtgruppe. Ein strukturierter Einstieg und ein ritualisierter Ablauf sind hilfreich. Teilnehmer dürfen – mit Rücksicht auf die frei gewählten Instrumente und die Beteiligten – spielen was und wie sie wollen. Wir erschaffen eine Klangbühne für nonverbale Kommunikation und kreative Interaktion, auf der Gefühle, Gedanken, Ideen, Träume und Sehnsüchte, die alle Menschen beschäftigen, in purer Form sicher ausgedrückt und geteilt werden können. Zum Ausklang verbleiben wir zwei Minuten in Stille.

Die gemischte Musikimprovisations-Gruppe ist Selbsthilfe, die Spaß macht und einfach gut tut. Im Kreislauf von Geben und Nehmen entsteht zwischen individuellen Menschen ein vertrauensvolles Verhältnis. So erreichte mich in der jetzigen Gruppe bereits nach fünf Sessions die Rückmeldung einer Asperger-Autistin: Ja, ich fühle mich auch sehr wohl mit euch. Für mich ist es eine wahre Bereicherung. Wie ich schon gesagt habe, wollte ich so etwas schon immer mal machen, hatte aber keinen Zugang dazu. Hätte mich in einer öffentlichen Gruppe niemals einbinden können. Freue mich schon auf das nächste Mal.“

Weitere Infos sowie Flyer sind gerne erhältlich bei Christine Berckhan:

chris.berckhan {ätt} autisten-freiburg {punkt} de