In Gedenken an Dr. Christine Berckhan

Am 31.07.2014 war Dr. Christine Berckhan als Referentin auf einer Fortbildung für SchulbegleiterInnen von jungen Menschen mit Autismus eingeladen. Es war eine Veranstaltung vom Caritas-Verband, Deutschen Roten Kreuz, Sozialdienst Katholischer Frauen und von der Diakonie in Freiburg.

Sie berichtete von ihren Alltagserfahrungen als Asperger-Autistin. An den Anfang stellte sie ihre selbstgesteckten Ziele, die ihr durch positive Erfahrungen in einer Musikimprovisations-Gruppe klarer geworden seien. Durch diese Gruppe sei sie auf dem Weg, mehr Handlungsspielraum zu gewinnen. Trotzdem gäbe es im Alltag mehrere Stolpersteine, die sie in ihrer Handlungs-fähigkeit einschränken würden. Sie führte als Beispiel eine sensorische Überlastung an. Auch falle es ihr nicht leicht, die Perspektive von bestimmten Menschen einzunehmen, wenn es ihr nicht gelänge, einen situativen Bezug herzustellen.

Sie betonte, dass es in sozialen Interaktionen weniger Probleme gäbe, wenn sie authentischen Menschen begegne. Da ließen sich auftretende Missverständnisse auch rascher klären. Hilfreich habe sie ein an der Universitätsklinik Freiburg entwickeltes soziales Kompetenztraining (FASTER) erlebt, ebenso die Asperger-Selbsthilfegruppe. Ein angedachtes Mentoren-Projekt habe sie noch nicht verwirklichen können. Viel Raum gab sie ihren Erfahrungen in der Lebensspanne.

Ein weiterer Teil war den Kompetenzen und positiven Eigenschaften von Asperger-Autisten gewidmet. Sie benannte in individuellen Ausprägungsgraden besondere Interessen, logisches Denken, Detailgenauigkeit, Eindeutigkeit, Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Ehrlichkeit, Gerechtigkeitssinn u.v.a.m.

Anschließend sprach sie spezielle Inhalte der Behindertenrechtskonvention an und nahm Stellung zum Thema Inklusion versus Integration.

Ihr Wunsch nach Inklusion habe sie bewegt, ein „Inklusives Musikimprovisations-Projekt für erwachsene Asperger- und Nicht-Autisten" ins Leben zu rufen. Abschließend folgte die Vorstellung dieses Projektes, welches sie zusammen mit James Dugger und einer Spende der Stiftung PSD L(i)ebensWert realisiert hat. (mehr)

 

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